Ein Warnemünder Korb

Vom Rheumaleiden einer adligen Dame zur ersten Strandsitzgelegenheit, einem Strandkorb, und nur wenig später zur allerersten Strandkorbvermiertung der Welt.

Warnemünder Strandkorb

Warnemünder Strandkorb, 2003

Der Rostocker Hof-Korbmachermeister Wilhelm Bartelmann (1845-1930) konstruierte 1882 den ersten Strandkorb für die rheumaerkranke Elfriede von Maltzahn, die sich als Badegast in Warnemünde eine „Sitzgelegenheit für den Strand als Schutz vor allzu viel Sonne und Wind“ wünschte. Er nannte diesen Einsitzer anfangs Strandstuhl, Spöttern betitelten ihn auch liebevoll als „aufrecht stehenden Wäschekorb“.

Ein Jahr darauf fertigte Bartelmann ein Modell für zwei Personen und seine Frau Elisabeth eröffnete die erste Strandkorbvermietung der Welt in Warnemünde, unweiter vom Leuchtturm, für die sie mit Anzeigen im Allgemeinen Rostocker Anzeiger warb. Da die Familie versäumt ein Patent anzumelden und die Nachfrage stetig stieg, wurden Strandkörbe bald auch von anderen Handwerkern gefertigt und weiterentwickelt.

Badegästen empfiehlt Strandstühle als Schutz gegen Sonne und Wind und giebt solche auch in Miethe.
W. Bartelmann im Allgemeinen Rostocker Anzeiger, 1883

So entstanden Modelle mit Fußstützen, Armlehnen, Seitentischchen und im Jahr 1897 von einem ehemaligen Lehrling Johann Falk ein Korb mit verstellbarer Rückenlehne, ein so genannter Halblieger, wie sie noch heute am Strand zu finden sind. Schon um 1900 hatten sich die Strandkörbe in allen deutschen Küstenbädern durchgesetzt. Bis heute ist dieser Trend ungebrochen.

Quellen

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