Segler von der Küste scheiterten

Nach vier Jahren harter Arbeit, mit bis zu 200 Wassertagen pro Jahr, blieb dem deutschen Laser-Trio Mathias Rieck (24), Alexander Schlonski (23) und Robert Stanjek (22) nur noch eine Chance um auf den Olympia-Zug zu springen.

Bei der Laser-WM im türkischen Bodrum (10. bis 19. Mai 2004) stellte jedoch eine Platzierung unter den Top Zwölf die Maßgabe, die einem deutschen Segler die Teilnahme in Athen ermöglichte. Sollte keiner dieser drei deutschen Starter die Norm erreichen, bliebe der Startplatz in der Laser-Klasse zum zweiten Mal nach Sydney 2000 unbesetzt.

Mit einem sensationellen Blitzstart feierte der Rostocker Mathias Rieck (Warnemünder Segel-Club) dann am vergangenen Freitag einen Auftakt nach Maß. Nach dem ersten Wettfahrttag und den Einzelrängen neun und eins lag der 24-Jährige im Gesamtklassement sogar vor dem sechsmaligen Weltmeister und Olympiasieger Robert Scheidt (Brasilien) auf Platz drei. Im dritten Rennen wurde Rieck dann jedoch aufgrund zweier Gelben-Flaggen auf den letzten Platz gesetzt, platzierte sich anschließend auf Platz acht, siebzehn und zehn. Somit nahm er nach sechs Fahrten, vier Punkte und einen Platz vor Alexander Schlonski (See- und Segelsportverein Rostock), den Zwölften Rang ein. Doch die Ernüchterung folgte am Montag mit den Platzierungen 33 und 34 für Rieck und 54 und 48 für Schlonski, die die Beiden deutlich zurück warfen. Mit Rang 34 und einem nicht gewerteten Rennen brachten auch die beiden letzten Starts im Gold-Fleet für Mathias Rieck keine Steigerung. Die Situation vor dem letzten Startschuss schien vorerst allerdings sehr gut zu sein. Es herrschten gute Windverhältnisse, doch dann begrab ein Frühstart alle Chancen auf Platz Zwölf. „Ich musste nach den beiden Flaggen sehr konservativ fahren“, schilderte ein dennoch nicht enttäuschter Mathias Rieck. Hätte er die dritte Flagge gesehen, hätte er das Rennen aufgeben müssen. So beendete er die Weltmeisterschaft an der Südwestküste der Türkei mit 146 Punkten als bester Deutscher auf Platz 24. Alexander Schlonski rutschte mit 165 Punkten gar auf Rang 34, noch weit vor Robert Stanjek (Berlin), der mit 251 Punkten die WM als 58. abschloss.

Weltmeister in der olympischen Laser-Klasse wurde der Brasilianer Robert Scheidt mit 16 Punkten vor Mark Mendelblatt (USA / 24 Punkte) und Michael Blackburn (AUS / 25 Punkte). Scheidt konnte sich mit diesem Triumph zum Siebenten Mal die Krone der Lasersegler aufsetzten und ist somit nach seinem Olympia-Titel 1996 in Atlanta auch Favorit bei den Olympischen Spielen in Athen. Ob die deutsche Olympia-Hoffnung Mathias Rieck nach seinen starken Leistungen im Hinblick auf eine Nominierung noch mit einer Sonderfallregelung rechnen kann, bleibt vorerst offen. Eine letzte Möglichkeit bietet sich Rieck bei der Kieler Woche (23. bis 27. Juni 2004), bei der er nun letztendlich eine überzeugende Leistung bringen muss. Bis dato werden die beiden Rostocker Laser-Piloten Rieck und Schlonski ihr Trainingsprogramm fortsetzen in Warnemünde und auf Kiel hinarbeiten. Bleibt zu guter Letzt doch ein kleiner Funke Zuversicht, nach vier Jahren harter Arbeit..?

Laser-Weltmeisterschaft in Bodrum (Türkei)

Endstand (nach 10 Wettfahrten): 1. Robert Scheidt (BRA / 16 Punkte), 2. Mark Mendelblatt (USA / 24 Punkte), 3. Miachel Blackburn (AUS / 25 Punkte), 4. Hamish Pepper (NZL / 49 Punkte), 5. Karl Suneson (SWE / 49 Punkte) … 24. Mathias Rieck (GER / 146 Punkte) … 33. Alexander Schlonski (GER / 165 Punkte) … 58. Robert Stanjek (GER / 251 Punkte).

Der Artikel wurde am 21. Mai 2004 in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten (NNN) veröffentlicht.

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